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Verdi Requiem in Germany [2005-11-19]

Subject:
Verdi: Requiem
Classification:
Sub-classification:
Location:
Year:
2005
Date:
November 19th, 2005
Text content:

L

pRelels

Partnerschaftskonzert

Freiburg — Guildford

Samstag, 19. November 2005, 20 Uhr
Konzerthaus Freiburg, Rolf Bohme Saal

Giuseppe Verdi
Messa da Requiem
Nicole Chevalier, Sopran
Renée Morloc, Mezzosopran
Reginaldo Pinheiro, Tenor

Peter Lika, Bass
Freiburger Bachchor

Assistenz: Clemens Flamig
Guildford Philharmonic Choir
Einstudierung: Jeremy Backhouse
Freiburger Bachorchester

Leitung: Hans Michael Beuerle

_Im Leben ist schliel3lich alles Tod”
Verdis ,Messa da Requiem” - Uwe Schweikert

,Ich liebe unnitze Dinge nicht”, schreibt Verdi am

den Annalen der

4. Februar 1871 lakonisch an Alberto Mazzucato:

QUADRO GENERALE

, Totenmessen gibt es so viele, wahrlich so viele !!!

PELLA

distribuzione e qualita dei pezzi

Es ist unnotig, denen noch eine weitere hinzuzufi-

Musik. Die an=

gen.” Das sollte nicht sein letztes Wort bleiben und

Giulio Ricordi nicht mehr an das ,Libera me” erin-

nern, das er knapp zwei Jahre zuvor zur Gemeinschaftskomposition der ,Messa per Rossini” beigesteuert hatte. A. Mazzucato,
,Nichts Vollkommeneres

ein Mitglied der damaligen

wurde bislang komponiert,

Kommission, rief ihm dar-

nichts Wertvolleres wird je
komponiert werden kénnen.”
A. Mazzucato — (iber das ,Libera me”

,Diese Eure Worte haben in
mir fast den Wunsch entstehen
lassen, spater einmal die ganze
Messa zu schreiben. — Aber

aufhin den Satz in Erinnerung, wobei er sich zu dem

Lob verstieg: ,Nichts Voll-

lienischen Kom-

ponisten sollten

war, recht besehen, nicht einmal sein erstes.
Verdi wollte sich im Gesprach mit seinem Verleger

gesehensten ita-

TiToL0
oL
PEzz0 - |
1

TONO5

i
MOYIMENTO

i

QuALITY

BELLA COMPOSIIONE

lbuzzouta . Requiem . [Sol minore . [Lento . . .. ., [Coro,

"QIBALZING
. ., |Dies irm.
2

Do minors . JAll egro

Ci

gemeinsam eine
Totenmesse

3[PEDROTTI . [Tuba micum|ai b maggiore |Maestoso . . . |2 solo barilqno con cura
4{CAGRONE. . |Quid suin
i
Wi

schreiben,

ARICCE . . . iRecordare .b Fa maggiore., Aadamin.v. L i . .

dann am ersten

“7{BOUCHERON. |Confutalis . |Re maggiore, [Al egr

4 solo bpsso con corn,

J

e

Rossinis Tod

4

2

GININE .

.

. y Dv(u'ggwnoprnna e tone

miser. . [Lub maggiore Largheilo.

:
. [lngemiseo; |La minere

.

y
|Largo .

.

.

tralto. baritono e bagso,
. |4 slo tenure,

o[60CCIA . . |Lacrymosa. [Sol moggiore [Andamte . . . A uatiro voci sole seus
& tdmen in

bo winore.

-

[Allegro.

.

.

9.GASPARL.

. |Dontine Jesu|Do maggiore . |Moderato. .
10, PLATANIA . [Sanctus. . {Re hmaggiore [Maestosa, .

.

oo
. 1Corn,

u'vmu,u . |Agnus Dui. |Fa minggiore. [Andante . . . 14 solo coniralio,
RPN. s s, Lo moggrs [hodemis, . - (T anor. stn
“43VERDI. . . [Libera tfi. 1o minore . [Moderalo.,
Alfegro. .

I
.

l prano.
ot

. |Fuga.

a h r eStag

die

VO n
in

der Kirche San

o
Petronio zu Bo-

ogna aufzufiihren

wadre.

Und

diese Huldigung sollte frei von jedem kommerziel-

kommeneres wurde bislang

len Zweck sein. Die einschlieBlich Verdis auser-

komponiert, nichts Wertvol-

wahlten dreizehn Komponisten lieferten rechtzeitig

leres

die ihnen zugedachten Teile ab. Das Werk selbst

wird

je

komponiert

seid beruhigt: es handelt sich

werden kénnen.”

kam also zustande.

um eine Versuchung, die ver-

Doch wie war es zu die-

scheiterte an Animositdaten und Intrigen. Erst 1988

sem

kam es in Stuttgart zur Urauffiihrung der ,Messa

gehen wird wie so viele an-

dere. Ich liebe unniitze Dinge
nicht. — Totenmessen gibt es so
viele, wahrlich so viele !!1”
Guiseppe Verdi — Brief an Alberto
Mazzucato (4. Februar 1871)

,Libera

me”

gekom-

Die Auffiihrung allerdings

men? Als Rossini am 13. No-

per Rossini”. Dieses Werk gehort nicht nur zur Vor-

vember 1868 in Paris starb,

geschichte, sondern zum Verstdandnis der spateren

regte Verdi eine Ehrung an,

,Messa da Requiem”, weil Verdi hier die Modalita-

wie sie beispiellos war in

ten der Rossini-Totenmesse wieder aufgriff.

Verdi hatte fur die ,Messa per Rossini”, die anson-

eigenen Vergniligen ein einziges Kammermusik-

sten einem Flickenteppich zeitgenossischer Medio-

werk, das Streichquartett e-Moll komponiert, in

kritaten gleicht, das abschlieRende Responsorium

dessen fugiertem Finalsatz er sich erstmals ernst-

,Libera me” komponiert, das nicht zwingender Be-

haft mit der Kontrapunktik

standteil der feierlichen Totenmesse ist. Damit hatte

auseinander setzte. Ob er

er aber immerhin, worauf er in seiner Antwort an

schon in diesen Friihjahrs-

Mazzucato hinweist, bereits zwei weitere Teile ei-

wochen (und damit noch

dung beschreiben, die die
Gegenwart dieses Heiligen,

ner vollstindigen Vertonung des liturgischen Textes

vor dem Tod Manzonis) den

antizipiert,

namlich

Entschluss gefasst hatte, nun

,Requiem

aeternam”

den

einleitenden

sowie

den

Introitus

Beginn

der

doch eine vollstindige To-

Sequenz ,Dies irae”, die beide im Responsorium

tenmesse

erinnernd aufgegriffen werden.

muss offen bleiben. Abwe-

Verdi hat das Autograph jenes ,Libera me” zur

gig ware ein solcher Vorsatz

,Messa per Rossini“(vgl. die Abb. links, Nr. 13) am

nicht, denn nach der , Aida”

zu

schreiben,

,Was kann ich von Manzoni
sagen? Wie die wunderschéne,

undefinierbare, neue Empfin-

wie lhr ihn nennt, in mir be-

wirkt hat. Ich hétte vor ihm auf
die Knie fallen mégen, wenn
es uns erlaubt ware, Menschen
anzubeten.”
Giuseppe Verdi - Brief an Clara Maftei

(7. Juli 1868)

21. April 1873 von Ricordi zuriick erhalten. Er war

sah Verdi seine Theaterlaufbahn fiir beendet an.

soeben auf sein Landgut Sant’ Agata zuriickgekehrt,

Zum Ausloser fir Verdis bestimmten Entschluss

nachdem er den ganzen Winter in Neapel ver-

wurde allerdings erst der Tod Alessandro Manzonis

bracht hatte, um dort am Teatro San Carlo die

am 22. Mai 1873. Und damit lebte erneut, wie

,Aida” einzustudieren. Wahrend der wochenlan-

nach dem Tod Rossinis, der Gedanke eines person-

gen Untatigkeit, zu der ihn die mehrmalige Ver-

lichen Opfers, aber auch der nationalen Huldigung

schiebung der Premiere zwang, hatte er zu seinem

auf. Nur dass Verdi jetzt das ganze Werk allein

s

X

i

komponieren wollte. In Rossini und Manzoni sah er
die beiden herausragenden Vertreter eines geistigen ltalien, das die Gegenwart mehr und mehr zu
verspielen im Begriff war. Die Ehre galt dem Schrift-

steller, dem Menschen, dem Patrioten Manzoni.
Alessandro Manzoni (1785 — 1873) war durch seinen groflen Roman ,| promessi sposi” (,Die Verlobten”) zu einem der Bannertrager des Risorgimento, der italienischen

Befreiungs- und Eini-

gungsbewegung geworden. Verdi hatte ihn iber
alle Mallen geschatzt und verehrt. Er verehrte in
Manzoni den Kiinstler und Menschen, der uner5

bittlich der Wahrheit verpflichtet war. Manzonis

in Paris, denen sich im folgenden Jahr eine Tournee

Bekenntnis, die Aufgabe des Dichters sei es, das

nach Paris, London und Wien, die Kolner Auf-

Erhabene mit dem Trivialen und das Verniinftige

fihrung am 21. Mai 1877 und endlich das Maildn-

mit dem Verriickten zu vermischen, weil dies die

der Wohltatigkeitskonzert am 29. Juni 1879 an-

grolbe wie die kleine Welt beherrsche, hitte auch

schlossen.

sein eigenes sein konnen. Es trifft auf Shakespeares
Stticke nicht weniger zu als auf Verdis Opern. In ei-

Von Anfang an war Verdis ,Messa da Requiem” ge-

nem entscheidenden Zug allerdings — und er findet

rade bei den Kennern unter ihren Verdchtern um-

sich in der Musik des Requi-

stritten, wie einige der hier am Rand zitierten Zeug-

ems gespiegelt — unterschied

nisse belegen. Der vom Wagnerfanatismus geheilte

,Ich sage, dass ein Mann wie
Verdi wie Verdi schreiben

Verdi sich von Manzoni: er

Bilow hat Jahre spater fiir seine Verirrung selbst Ab-

wie er den Text empfindet und

war kein praktizierender Ka-

bitte getan. Der greise Verdi jedoch lie8 sich nicht

versteht. Eine Messe von Verd,

tholik. Manzonis Abneigung

ins Herz blicken. ,Wer weil} ... vielleicht habt lhr

galt dem Klerus, nicht dem

damals recht gehabt”, beschied er den reuigen Stin-

Glauben.

die qua-

der. Fir George Bernard Shaw war die ,Messa da

lend-abgriindige Melancho-

Requiem” Verdis grofSte Oper. Wie der ,Messias”

muss, also dem entsprechen,

die nach dem Modell von A, B

oder C geschrieben ware, hitte
ich einfach abgelehnt !!”
Guiseppina Verdi — Tagebucheintrag am
Tag nach der ersten Wiener Auffiihrung
des Requiems (12. Juni 1875)

Verdi,

lie seiner Musik macht es

Handel, so wiirde die Totenmesse Verdi unsterblich

untiberhorbar,

machen, prophezeite der englische Spotter. Die mu-

aber

war

Agnostiker, vielleicht sogar, wie seine Frau einmal

sikalische Sprache der ,Messa da Requiem” unter-

in einem Briefentwurf schrieb, Atheist.

scheidet sich in der Tat nicht von Verdis vorausge-

Verdi hat an der Beerdigung Manzonis nicht teilge-

gangenen Opern ,Don Carlos” (1867) und ,Aida”

nommen, sondern ein paar Tage spater allein am
Grab Zwiesprache mit dem Toten gehalten. Und
Zwiesprache, ohne die Vermittlung eines Priesters

oder Gottes, wollte auch seine musikalische Totenmesse sein. Auch wenn sich das Werk langst von

diesem Anlass gel6st hat, so sollte man sich doch
beim Horen in Erinnerung rufen, wie Verdi vom
Tod Manzonis erschittert wurde und mit welchem
zielstrebigen Ernst er die diesmal glickliche Auf-

fihrung zur ersten Wiederkehr des Todestages am
22. Mai 1874 in der Maildander Kirche San Marco
betrieb. Unmittelbar danach aber schenkte er das
Werk der Welt, mit Auffiihrungen an der Scala und
6

e

H

"

]

=

S

(1871). Und sie nimmt vieles aus dem ,Othello”
(1887), ja selbst aus dem ,Falstaff” (1893) vorweg.
Einzigartig unter allen geistlichen Kompositionen

J

=

des 19. Jahrhunderts — darin horten die Zeitgenosg

’L

sen schon richtig — ist Verdis Requiem aber deswegen, weil seine Musik in keinem Takt den Dramatiker verleugnet.

)

Dieses eine, einzige Mal hatte Verdi es mit dem

t

Text, einer tberlieferten Liturgie, allein zu tun. Kein
Librettist stand ihm zu Hilfe,
musste aber auch nicht erst

e

mithsam dazu gezwungen

werden, die richtigen, passenden Szenenworte zu finden. Verdi erfasst instinktiv
das
e

P

T

,Drama“

des

Textes.

Und er inszeniert das liturgi-

LA
7

sche

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-

Geschehen,

allen

voran natirlich das ,Dies
irae” und das ausklingende

.‘..:“:_‘m;....m.,.'._.__ _J_

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,Libera me”, auf einer ima-

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Kirchengewande wird nach
dem ersten Scheinkompliment
an das Andenken des gefeierten Dichters [Manzoni] zunéchst drei Abende hindurch
in der Scala den Héanden des
weltlichen Enthusiasmus tiberantwortet werden, worauf

dann unverziiglich in Begleitung der von ihm eigens dressierten Solosanger die Wanderung nach Paris, zur Kronung

des Werkes in diesem dsthetischen Rom der Italiener ange-

gentlich nur er allein unter

treten werden soll.”

den zahllosen Komponisten,

Hans von Biilow — Augsburger

erfasst mit dem geschulten
Blick des Dramatikers die

szenische

Latenz

Texte,

sich

grolten

;

,Seine neueste Oper im

die

dieser

mit

dem

Geheimnis

und

Allgemeine Zeitung (1871)

,Btilow hat sich unsterblich

blamiert, so etwas [wie das
Verdi-Requiem] kann nur ein
Genie schreiben.”
Johannes Brahms

Skandal des menschlichen

l

&

B

Lebens auseinandersetzen — dem Tod. Wie kann
e

Musik solchen Eindruck bewirken? Zunichst auf
die scheinbar nebensdchlichste, selbstverstandlich2

ste, aber doch folgenreiche Weise. Der gesungene

zackt abwartsstlirzenden , Rex tremendae majesta-

Ton hebt immer das Wort; Sprach- und Tongestus

tis“ und des flehentlich sich aufschwingenden

sind eins. Man kann, man muss in dieser Toten-

,Salva me”; den zu den Worten ,sed signifer sanc-

messe buchstablich jedes Wort verstehen. Das ist

tus Michael” dtherisch entschwebenden Sopran;

nicht allein, gar zwangslaufig eine Folge der tber-

nicht zuletzt die dringliche Gestaltung des ,Libera

wiegend syllabischen Deklamation und des viel-

me” mit der Repetition des geradezu erregt gestam-

fach homophonen Chorsatzes. Mit sicherem Griff

melten, schlieflich nurmehr gemurmelten Erl6-

verteilt Verdi zunachst einmal den Text auf Chor-,

sungswunsches.

Ensemble- und Soloszenen.
,Verdi kann auch im Requiem

Allein schon dadurch ent-

Die klangliche Rede der Instrumente steht dahinter

den dramatischen Komponis-

steht ein quasi dramatisches

nicht zuriick. Uberwiltigend der Eindruck des

ten nicht verleugnen. Was in

Geflige.

Mozart etwa

,Dies irae”-Chores — nicht nur wegen der erschla-

treten die Solisten mit im En-

genden Klangmassen, sondern weil noch in der

semble

Cherubini

aullersten Anspannung das Recht jeder einzelnen

ausschlieRlich

Stimme gewahrt bleibt. Die Kunst der Instrumenta-

Verdi’s Requiem zu leidenschaftlich, zu sinnlich erscheinen mag, ist eben aus der

Gefiihlsweise seines Volkes
heraus empfunden, und der

Bei

hervor,

verwendet
Chor

und

selbst die

tion — das konnte Verdi von Meyerbeer lernen —

Tenorpartie

in

Berlioz’

besteht in der Reduktion, im Aussparen und Weg-

,Sanctus”-Satz besitzt eher

lassen. So verwendet Verdi die hart gespannte

Italienisch reden diirfe.”

ein instrumentales denn ein

grolle Trommel in den wuchtigen Schldgen des

Eduard Hanslick (1875)

individuelles Gesicht. Verdi

,Dies irae” allein und gegen den Takt; erst diese

dagegen setzt die vier Soli-

Isolierung im Offbeat gibt den wuchtigen, trocke-

sten — Sopran, Mezzosopran, Tenor und Bass —

nen Schlagen ihren finsteren Ausdruck. Gerade die

Italiener hat doch ein gutes
Recht zu fragen, ob er denn

mit dem lieben Gott nicht

den

stimmtypologisch ein und ermoglicht dadurch ein

Holz- und Blechblaser sind mit der Erfahrung des

menschliches Drama, das er durch den Chor zum

wirkungssicheren Musikdramatikers ausgehort. Der

Menschheitsdrama erweitert.

fahle Klang der Floten in tiefster Lage etwa ist das

Aber auch innerhalb der so gegliederten Text- und

solistin im , Tremens“-Arioso des ,Libera me” von

instrumentale Echo der Furcht, die sich die SopranMusikblocke disponiert er szenisch. Das ohren-

der Seele singt. Und welche unheimlich-unheil-

falligste Beispiel dafiir ist die dreimalige Rekapi-

volle Stimmung steuert das Fagott mit seiner Be-

tulation des ,Dies irae”-Aufschreis, der Vertonung

gleitfigur zum Terzett ,Quid sum miser” bei, wie

der ersten Terzine der Sequenz. Aber es gibt auch

finster gar ist der Klang der vierstimmigen Fagott-

feiner berechnete Wirkungen wie den geflisterten

tberleitung vom ersten Rezitativ des ,Libera me”

Chor-Einschub nur der beiden Worte ,Dies irae”

zum Arioso. Nicht minder sprechend sind die vie-

in der ,Liber scriptus”-Arie; Textzeilen des ge-

len Farbtupfer, die man bei der ersten Begegnung

8

mit dem Werk iberhéren mag: das glockchenartige

musikalisch nicht unbedingt

Echo von Flote und Oboe im ,Recordare”; die ein-

in den Hintergrund. Sie zeigt

stimmende Firbitte von Fagott und Kontrabdssen

nur, welche Emotionen und

im ,Confutatis” (die zugleich die Tonika bestétigt);

Empfindungen der Text der

nicht zuletzt die klagenden Vorschlagsakzente von

Totenmesse in Verdi erregt

Oboe und Klarinette im ,Lacrymosa”, die das in

hat und wie er ihnen musi-

Einzeltone zerbrochene Lamento von Sopran und

kalischen

Mezzosopran begleiten. Das flirrende Pasagenwerk

Zentrum steht der Schrecken

der Violinen und Holzblaser im ,Sanctus” und

des Todes, der — und darin

die stakkatierte Begleitung des ,Osanna” nehmen

manifestiert sich der musika-

in

ihrer dahintindelnden

gibt.

Im

die

lische Realist Verdi — ja kei-

Lakonik

nen Schrecken fur die Toten,

Frechheit schon

trockene

Raum

,Geruht, die Beichte eines
reumdtigen Stinders anzuhéren! Mein Verstand war
von Fanatismus geblendet, von
ultrawagnerianischer ,Seide’.
Sieben Jahre spéter kam allmadhlich die Erleuchtung. Ich
habe mit dem Studium Eurer
letzten Werke begonnen: mit

der Aida, dem Othello und
dem Requiem, das mich neulich selbst in einer ziemlich
dirftigen Wiedergabe bis zu
Tranen bewegt hat.”
Hans von Biilow — Brief an Giuseppe

,Falstaff’-Or-

sondern fir die Lebenden

chestersatzes vor-

darstellt. Trotz vieler Aufhel-

weg.

lungen, vor allem im lichten , Offertorium®, spricht

des

Verdi (7. April 1892)

Verdis Musik kein verklarendes Amen, verspricht
Die ,Messa da Requiem”

sie keine Vision eines gnadigen Gottes.

gliedert

sich in sieben Teile.

Kein erlosendes Heilsversprechen, sondern Unsi-

Allein

des

cherheit, nicht Glaubensgewissheit, sondern kraft-

Umfangs und des

lose, tonlose Verzweiflung steht am Ende dieser To-

Anspruchs

wegen

tenmesse. Verdis Musik spendet keinen Lichtschein

ragen

beiden

in die Finsternis, breitet kein verklarendes Amen

zu groRen dramati-

uber die Trostlosigkeit des Todes. Gott schweigt in

schen Szenen einer

einer Welt der Ungewissheit und Finsternis. ,Man

schon

die

imagindren Buhne

sagt” — schrieb Verdi nach

gestalteten

der Urauffiihrung des , Trou-

Satze,

, Verdis Requiem ist keine
Messe fiir die Toten, sondern

Se-

badour” am 20. Januar 1853

quenz ,Dies irae”

an eine Freundin, die Gréfin

und das Totengebet

Clarina

,Libera

Oper sei zu traurig und es gabe zu viele Tote darin.

namlich

aus.

die

me”

her-

Diese

Pro-

portionierung riickt

die Ubrigen Satze

Maffei

-,

fir die Lebenden.”
Charles Osborne

,diese

Doch im Leben ist schlieBlich alles Tod. Was lebt
schon?”

REQUIEM

Requiem aeternam dona eis, Domine,

Ewige Ruhe gib ihnen, o Herr,

et lux perpetua luceat eis.

und ewiges Licht leuchte ihnen.

Te decet hymnus, Deus, in Sion,

Dir gebiihrt Lobgesang, Gott, in Zion,
und Anbetung soll dir werden in Jerusalem;

et tibi reddetur votum in Jerusalem,
exaudi orationem meam,

erhore mein Gebet,

ad te omnis caro veniet.

zu dir kommt alles Fleisch.

Requiem aeternam dona eis, Domine,

Ewige Ruhe gib ihnen, o Herr,

et lux perpetua luceat eis.
Kyrie eleison, Christe eleison.

und ewiges Licht leuchte ihnen.
Herr, erbarme dich! Christus, erbarme dich!

Unsere Auffithrung orientiert sich an der
von David Rosen vorgelegten kritischen

DIES IRAE

Dies irae, dies illa,

Solvet saeclum in favilla.

Neuausgabe des Werkes.

Tag des Zornes, jener Tag,
Der die Welt in Asche wandelt,

Teste David cum Sybilla.

Wie Sybill* und David zeugen.

Quantus tremor est futurus,

Welches Zagen wird sie fassen,

Quando judex est venturus,
Cuncta stricte discussurus!

Tuba mirum spargens sonum,
Per sepulchra regionum,
Coget omnes ante thronum.

Mors stupebit et natura,
Cum resurget creatura,

Judicanti responsura.

Wenn der Richter wird erscheinen,
Recht und Unrecht streng zu richten.
Die Posaune, schrecklich ténend

Durch die Graber dieser Erde,

Alle hin zum Thron wird zwingen.
Tod und Leben wird erstarren,
Wenn die Kreatur erstehet,

Rechenschaft dem Herrn zu geben.

11

eATRk
Liber scriptus proferetur,
In quo totum continetur,

Unde mundus judicetur.

Judex ergo cum sedebit,
Quidquid latet apparebit,

Nil inultum remanebit.
Quid cum miser tunc dicturus,
Quem patronum rogaturus,
Cum vix justus sit securus?
Rex tremendae majestatis,
Qui salvandos salvas gratis,

Salva me, fons pietatis.
Recordare Jesu pie,

Quod cum causa tuae viae,
Ne me perdas ille die.

Quaerens me sedisti lassus,

Redemisti crucem passus,
Tantus labor non sit cassus.

Juste judex ultionis,
Donum fac remissionis
Ante diem rationis.
Ingemisco tanquam reus,

Culpa rubet vultus meus,
Supplicanti parce, Deus.

Ein beschrieben Buch erscheinet,
Darin alles ist verzeichnet,
Was in dieser Welt zu richten.

Wird sich dann der Richter setzen,
Tritt zutage, was verborgen,

nichts wird ungeriacht dann bleiben.
Was werd’, Armer, ich dann sprechen,
Welchen Beistand mir erbitten,
Wenn Gerechte kaum sind sicher.
Konig schrecklicher Gewalten,

Der du Rettung schenkst den Siindern,
Rette mich, du Quell der Giite!

Ach, gedenke, giit'ger Jesus,
Dass ich Ursach’ deines Weges,
Verdirb’ mich nicht an jenem Tage.

Suchtest mich bis zur Ermattung,
Hast am Kreuz mit Heil erworben,

Lass die Miih’ nicht fruchtlos werden.

Richter im Gericht der Rache,
Lass vor dir mich Gnade finden,

Eh’ der letzte Tag erscheinet.
Bange seufz’ ich, schuldbeladen;
Schuld lasst réten meine Wange;
Herr, den Flehenden verschone!
i3

Qui Mariam absolvisti,

Et latronem exaudisti,
Mihi quoque spem dedisti.
Preces meae nont sunt dignae,

Sed tu, bonus, fac benigne,
Ne perenni cremer igne.
Inter oves locum praesta,

Et ab hoedis me sequestra,
Statuens in parte dextra.

Confutatis maledictis,

Flammis acribus addictis,
Voca me cum benedictis.

Oro supplex et acclinis,
Cor contritum quasi cinis,
Gere curam mei finis.
Lacrymosa dies illa

Qua resurget ex favilla

Judicandus homo reus.
Huic ergo parce Deus,
Pie Jesu Domine,

Dona eis requiem!
Amen.

Der Maria hat erloset

Und erhoret hat den Schicher,
Mir auch Hoffnung hat gegeben.

All mein Flehen ist nicht wiirdig,
Doch, du Guter, iibe Gnade,
Lass mich ewig nicht verderben.

Lass mich unter deiner Herde,
Von der Strafe freigesprochen,

Dann zu deiner Rechten stehn.

Wenn Empo6rung, Fluch und Rache
Wird gebiifit in heifen Flammen,

Ruf” mich zu dir mit den Sel‘gen.

Flehend demutvoll ich rufe,
Und mein Herz beugt sich im Staube,
Sel’ges Ende mir verleihe.
Tranenvollster aller Tage,

Wenn der Asche wird entsteigen
Zum Gericht der Mensch voll Siinden.

Herr, dann wollst du ihn verschonen,
Gut'ger Jesus, Weltenrichter,

Sel’ge Ruhe ihnen geben.
Amen.
15

OFFERTORIO
Domine Jesu Christe, rex gloriae,

libera animas omnium fidelium defunctoru
m
de poenis inferni et de profundo lacu.

Herr Jesus Christus, Konig der Herrl

ichkeit,

bewahre die Seelen aller verstorbenen

vor den Qualen der Holle und vor den

der Unterwelt.

Libera eas de ore leonis,
ne absorbeat eas tartarus,

Glaubigen
Tiefen

Bewahre sie vor dem Rachen des Lowen

,

dass die Hélle sie nicht verschlinge,
dass sie nicht hinabstiirzen in die Finsternis.

ne cadant in obscurum:

Sed signifer sanctus Michael

Vielmehr geleite sie Sankt Michael,
der Bannertriger, in das heilige Licht,
das du einst dem Abraham verheissen
hast
und seinen Nachkommen.

repraesentet eas in lucem sanct
am,

quam olim Abrahae promisisti
et semini ejus.

Hostias et preces tibi, Domine, laudis
offerimus.
Tu suscipe pro animabus illis,

quarum hodie memoriam facimus,

Fac eas, Domine, de morte transire ad
vitam,
quam olim Abrahae promisisti,

et semini ejus.

Opfergaben und Gebete bringen wir zum
Lobe dir
dar, o Herr: nimm sie an fiir jene Seelen,
deren
wir heute gedenken.
Herr, lass sie vom Tod hintibergehen

zum Leben,

das du einst dem Abraham verheiRen hast

seinen Nachkommen.

und

SANCTUS
Sanctus, sanctus, sanctus Dominus Deus

Pleni sunt coeli et terra gloria tua.

Hosanna in excelsis!
Benedictus, qui venit in nomine Domin

Hosanna in excelsis!

i.

Sabaoth,

Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heers
charen.
Himmel und Erde sind erfiillt von deine
r
Herrlichkeit. Hosanna in der Hohe.
Hochgelobt sei, der da kommt im Name
n des
Herrn. Hosanna in der Hohe.

AGNUS DEI

Agnus Dei, qui tollis peccata mundi,

dona eis requiem.

Agnus Dei, qui tollis peccata mundi,

dona eis requiem sempiternam.

Lamm Gottes, das du tragst die Siinden

gib ihnen die Ruhe.

der Welt,

Lamm Gottes, das du tragst die Stind

gib ihnen die ewige Ruhe.

en der Welt,

'Vi

LUX AETERNA

Lux aeterna luceat eis, Domine,
cum sanctis tuis in aeternum,

quia pius es.

Requiem aeternam dona eis, Domine,
et lux perpetua luceat eis.

Das ewige Licht leuchte ihnen, o Herr,

bei deinen Heiligen in Ewigkeit,

denn du bist giitig.

Herr, gib ihnen die ewige Ruhe,
und das ewige Licht leuchte ihnen.

LIBERA ME, DOMINE

Libera me, Domine, de morte aeterna,

in die illa tremenda,

quando coeli movendi sunt et terra.
Dum veneris

judicare saeculum per ignem.

Tremens factus sum ego et timeo,

dum discussio venerit atque ventura ira.
Dies irae, dies illa,

calamitatis et miseriae,

dies magna et amara valde.
Requiem aeternam dona eis, Domine,

et lux perpetua luceat eis.

Libera me, Domine, de morte aeterna
in die illa tremenda.
Libera me, quando coeli movendi
sunt et terra,

dum veneris judicare
saeculum per ignem.

Libera me, Domine, de morte aeterna
in die illa tremenda.
Libera me!

Befreie mich, Herr, vom ewigen Tod

an jenem Schreckenstag,

wenn Himmel und Erde wanken.

Wenn du erscheinen wirst,

die Welt durch Feuer zu richten.

Zittern und Furcht erfasst mich,
wenn das Gericht kommen wird und dein

Zorn.

Jener Tag des Zornes,

des Unheils und Elends,
Tag, so grols und bitter.

Ewige Ruhe gib ihnen, o Herr,
und das ewige Licht leuchte ihnen.

Befreie mich, Herr, vom ewigen Tod

an jenem Schreckenstag.

Befreie mich, wenn Himmel und

Erde wanken,

wenn du erscheinen wirst,

die Welt durch Feuer zu richten.

Befreie mich, Herr, vom ewigen Tod

an jenem Schreckenstag.

Befreie mich!
19

CIUAR BERATEN

DAS BESONDERE AN UNSEREN BRILLEN...
SIND DIE KOPFE DAHINTER

OLIVER PEOPLES"

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Edelsteine

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BERTOLDSTR. 21

79098 FREIBURG

GEGENUBER

UNI

TEL: 0761/32073

Nicole Chevalier
stammt aus Tampa in Florida. Ihre Ausbildung

erhielt die Sopranistin zunichst

an der North Central High School, Indianapolis, und dann

versity, wo sie 1998 erfolgreich die Ficher Gesang

an der Indiana Uni-

und Romanistik abschloss.

Es folgten Meisterkurse, u. a. bei Marlena Malas an der
Juilliard School New
York. In den Jahren 2001/02 bildeten Liederabende, vor
allem in New York, den
Schwerpunkt ihrer kiinstlerischen Tatigkeit.
Bereits an der Indiana University sang Nicole Chevali
er in Opern von Benjamim Britten (,Peter Grimes“) und Johann Strauss
(,Die Fledermaus®). Bei den
Festivals ,La Piccola La Scala 2000 und ,International
e Opera di Roma 2001

trat sie in Mozart-Rollen wie Donna Anna (,Don
Giovanni”) und Fiordiglio
(,Don Giovanni“) sowie als Alice Ford in Verdis ,Falstaf
f“ auf.

Seit 2003 gehort Nicole Chevalier zum Ensemble des
Theaters Freiburg. Hier
erweiterte sie ihr Repertoire um Rollen wie Liti in
Puccinis , Turandot” oder die
Erste Priesterin in Verdis ,Aida”. Auch die Titelrol
le von Donizettis ,Lucia di
Lammermoor” verkorperte sie mit groRem Erfolg. In
der laufenden Spielzeit ist

die Sopranistin in Freiburg u. a. als Grifin in Mozarts ,Le

wie als Musetta in Puccinis ,La Boheme” und als Maria

gleichnamiger Oper zu héren.

nozze di Figaro” so-

Stuarda in Donizettis

Die Konzerte des Freiburger Bachchores und Bachorc
hesters werden
gefordert durch die Stadt Freiburg und das Regierungspras
idium Freiburg.

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|l BERATEN
DAS BESONDERE AN UNSEREN BRILLEN...
...SIND DIE KOPFE DAHINTER

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BERTOLDSTR. 21

79098 FREIBURG
GEGENUBER UNI

TEL: 0761/32073

Nicole Chevalier
stammt aus Tampa in Florida. Ihre Ausbildung erhielt die Sopranistin zunichst

an der North Central High School, Indianapolis, und dann an der Indiana University, wo sie 1998 erfolgreich die Ficher Gesang und Romanistik abschloss.

Es folgten Meisterkurse, u. a. bei Marlena Malas an der Juilliard School New
York. In den Jahren 2001/02 bildeten Liederabende, vor allem in New York, den
Schwerpunkt ihrer kiinstlerischen Titigkeit.
Bereits an der Indiana University sang Nicole Chevalier in Opern von Benjamim Britten (,Peter Grimes”) und Johann Strauss (,Die Fledermaus®). Bei den

Festivals ,La Piccola La Scala 2000” und ,Internationale Opera di Roma 2001
trat sie in Mozart-Rollen wie Donna Anna (,Don Giovanni“) und Fiordiglio
(,Don Giovanni”) sowie als Alice Ford in Verdis ,Falstaff“ auf.

Seit 2003 gehdrt Nicole Chevalier zum Ensemble des Theaters Freiburg. Hier
erweiterte sie ihr Repertoire um Rollen wie Lili in Puccinis , Turandot” oder die
Erste Priesterin in Verdis ,Aida”. Auch die Titelrolle von Donizettis ,Lucia di
Lammermoor” verkérperte sie mit groBem Erfolg. In der laufenden Spielzeit ist

die Sopranistin in Freiburg u. a. als Grafin in Mozarts ,Le nozze di Figaro” sowie als Musetta in Puccinis ,La Bohéme” und als Maria Stuarda in Donizettis

gleichnamiger Oper zu horen.

|

Die Konzerte des Freiburger Bachchores und Bachorchesters werden
gefordert durch die Stadt Freiburg und das Regierungsprasidium Freiburg.

21

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15.00-18.00 h / Sa 10.00-13.00 h

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Renée Morloc
Nach dem Studium der Ficher Viola und Klavie
r an der Musikhochschule
Stuttgart sowie der Germanistik erhielt die Altisti
n ihre Gesangsausbildung bei
Prof. Georg Jelden und Prof. Grace Hoffman.
Sie vervollstandigte ihre Studien

am Pariser Conservatoire und an der Sorbon
ne. Eine dreijahrige Gesangs- und
Opernausbildung fiihrte sie schlieBlich ans
Mozarteum Salzburg zu Prof.
Rudolph Knoll. Es folgten Meisterklassen
bei Christa Ludwig und Brigitte
Fassbaender.

Ihr Operndebut gab Renée Morloc am Nationalthea
ter Mannheim als Erda in
»Siegfried”. Innerhalb kurzer Zeit konnte sie in
weiteren Partien von Wagners
Ring — Fricka in ,Die Walkiire” sowie Waltra
ute in der ,Gotterddmmerung” —
an vielen europaischen Opernhausern reiissi
eren. Von 1992 bis 1996 war sie
an der Staatsoper Hannover engagiert, seit 1996
gehort sie dem Ensemble der
Deutschen Oper am Rhein Diisseldorf an.
Ihr Repertoire umfasst die grolRen
dramatischen Verdi-Partien Azucena (,1l trovato
re”), Amneris (,Aida”), Ulrica
(,Un ballo in maschera”) sowie im Wagner-Fac
h die Brangine (,Tristan und
Isolde”), Klytamnestra (,Elektra) und die Amme
(,Die Frau ohne Schatten”).
Zahlreiche Gastspiele fiihrten die Altistin u. a. an
die Semperoper Dresden, an
die Deutsche Oper Berlin, die Hamburgische
Staatsoper und die Helsinki
Opera, nach Madrid, an das Nationaltheater Prag,
nach Tokyo und Tel Aviv.
Renée Morlocs Konzertrepertoire, mit dem

sie weltweit gastiert, umfasst neben

zahlreichen groRen oratorischen Werken (Bach, Verdi,

und Achte Sinfonie sowie Orchesterlieder Gustay

Jeremiah Symphony von Leonard Bernstein und
genossischer Musik.

Ligeti) die Zweite, Dritte

Mahlers, die selten gespielte

ein breites Repertoire an zeit-

23

Freiburger Bachchor-Gesellschaft e. V.
Wenn Sie bereit sind, die Arbeit des Freiburger Bachchors regelmaRig zu férdern, sollten Sie Mitglied der Gesellschaft der
Freunde des Freiburger Bachchors werden. Als Mitglied werden Sie jeweils vor den 6ffentlichen Ankiindigungen tber unsere
Veranstaltungen informiert und erhalten die Méglichkeit, die Karten lhrer Wahl vor Beginn des offentlichen Vorverkaufs zu bestellen.

Bitte senden Sie den folgenden Abschnitt (oder dessen Kopie) ausgefillt im Briefumschlag an:

Freiburger Bachchor-Gesellschaft e. V., Herrn Dr. Christoph Scholz, Postfach 467, 79004 Freiburg.

Beitrittserklarung

Hiermit erklire ich meinen Beitritt zur Freiburger Bachchor-Gesellschaft e. V.
Vorname:

Name:
Anschrift:

Telefon:

Der jahrliche Mitgliedsbeitrag betragt € 30,—

Zahlung wird erbeten zu Beginn des Jahres auf das Konto der Freiburger Bachchor-Gesellschaft e. V.,
Konto-Nr.: 2 055 417, Sparkasse Freiburg (BLZ 680 501 01)

Abbuchung des Beitrags erwiinscht?
Freiburg, den

Unterschrift:

a JA

a

NEIN

Reginaldo Pinheiro
wurde in Brasilien geboren. Sein

e musikalische Ausbildung erhielt

der Tenor an

der Staatlichen Hochschule fiir
Musik Karlsruhe. Er gewann Preis
e beim

Konigin Elisabeth Wettbewerb
in Brissel, beim ARD-Musikwet
tbewerb in
Miinchen sowie beim Gesangsw
ettbewerb Luisa Tod Portugal, in
Rio de Janeiro
und Barcelona.

Heute ist Reginaldo Pinheiro ein

gefragter Konzertsianger in Europa,
vor allem
Frankreich. Auch gastiert er in
vielen Stidten
Stidamerikas, in den USA, Russland
und Israel. Ein Schubert-Program
m sang er
im Lincoln Center New York, die
Titelpartie von Hindels Oratoriu
m ,Judas
Maccabaeus” im Thomas-MannAuditorium Tel Aviv sowie den
Siebel in
+Faust” von Charles Gounod
und Arthuro in ,Lucia di Lamm
ermoor” von
Donizetti am Teatro Nacional de
Lima. Pinheiro nahm zahlreiche
Werke auf
Tontrdger auf; u. a. sang er bei
der Ersteinspielung der Johannes
passion von
Georg Philipp Telemann den Evang
elisten.
in

Holland,

Belgien

und

Von 1993 bis 2001 war Reginald
o Pinheiro Dozent an der Hochschu
le fiir
Musik Karlsruhe. Er unterrichtete
auch in Maastricht sowie als Profe
ssor an der
Hochschule fiir Musik und Dars
tellende Kunst Frankfurt am Main
. Derzeit ist
er Professor fiir Gesang an der
Staatl. Hochschule fiir Musik Freib
urg i. Br. Regelmassig gibt er zudem Meisterkur
se.

Mdochten Sie iiber Konzerte und

sonstige Veranstaltungen des Freib
urger Bachchores informiert werd
en?
Dann nutzen Sie bitte dje Moglichk
eit, unseren regelmaRig erschein
enden E-Mail-Newsletter 7y beste
llen. Dieser bietet Informationen

sonstige Ereignisse rund um den

zum aktuellen Konzertprogramm, infor

Freiburger Bachchor.

Wenn Sie den Konzertmelder beste

llen mochten, so besuchen Sie uns

miert iiber Konzerttermine und

bitte auf unserer Homepage

www.Freiburger-Bachchor.de

und klicken Sie dort unter »Kontakt

Bestellformular. Wir versichern,

« das Feld »Konzertmelder« (obe
n rechts) an. Dort finden Sie das
dass lhre E-Mail-Adresse nur fir
diesen Mail-Service verwendet wird.

25

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SO'.O ffir ZWE]
|

Chronik der Partnerschaft zwischen dem Guildford
Philharmonic Choir und dem Freiburger Bachchor
Gemeinsame Konzerte 1990 — 2005

AWcerbnagtus

28. April 1990

Guildford, Cathedral
L. v. Beethoven, Missa Solemnis
Ltg.: Sir Charles Groves

1. Sep. 1990

Freiburger Miinster
G. F. Handel, Messiah
Ltg.: Hans Michael Beuerle

31. Okt. 1992

Guildford, Civic Hall
J. Brahms, Ein Deutsches Requiem
Ltg.: Hans Michael Beuerle

14. Nov. 1993

Freiburg, Stadthalle
B. Britten, War Requiem

Ltg.: Neville Creed

2. Marz 1996

Guildford, Cathedral
A. Dvoréak, Stabat mater
Ltg.: Hans Michael Beuerle

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17. Mai 1998

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10. Nov. 2002

Freiburg, Konzerthaus

A. Dvordk, Requiem
Ltg.: Hans Michael Beuerle

19. Nov. 2005 gel\E)eL:Efi, lé(égfiieég;aus

Ltg.: Hans Michael Beuerle

Peter Lika
hatte seine ersten bedeutenden Erfolge schon

als Knabensolist der Regensbur-

ger Domspatzen. Sein Gesangsstudium
schloss der Bassist in Miinchen mit

dem Examen fiir das Konzert- und Opernfach

ab. Er war Preistriger bei Wettbewerben in Berlin, Genf, Minchen, Augsburg
und Verviers.
Bereits mit 18 Jahren machte Peter Lika
seine ersten erfolgreichen Konzert-

erfahrungen. Unter namhaften Regisseuren
war er in vielen

Opernpartien zu
ngsschwerpunkt und fiihrt ihn

horen. Inzwischen ist das Konzertfach sein Wirku

in die groRen Musikzentren Europas sowie
nach China, Japan, in die USA,
nach Stidamerika, Kanada und Israel. Likas
Repertoire reicht von Monteverdi,
Schiitz und Bach tiber Handel, Mozart, Haydn
, Beethoven und Mendelssohn
bis zu Strawinsky, Blarr, Penderecki, Schonberg,
Nikolaus A. Huber und Henze.
Bedeutende Erfolge erzielte Peter Lika mit
der Dresdner Staatskapelle in der
»Schopfung” von Haydn unter dem Diriga
t von Peter Schreier, mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter John Nelso
n und mit dem Mitteldeutschen
Rundfunk, der unter anderem dje ,Jahre
szeiten” mit ihm zu Gehor brachte.
Fabio Luisi verpflichtete ihn in der Produktion
der ,Legende der hl. Elisabeth”

von Franz Liszt sowie fiir die Partie des

Beethovens ,Fidelio”.

Rocco in der Fernsehtibertragung von

Sein vielseitiges Repertoire fiihrte den Bassis
ten auch zum Chicago Symphonieorchester, zum Israel Philharmonic Orche
stra und zu allen Rundfunkorche-

stern Deutschlands. Viele Konzerte bestrit
t Peter Lika mit der Internationalen

Bachakademie Stuttgart unter Helmuth Rilling
, so in Oregon USA, in den Baltischen Staaten, in St. Petersburg und Moska
u.
Auch mit Barockorchestern tritt Peter Lika
regelmdssig auf. Es entstanden Aufnahmen mit Herreweghe (Schiitz Exequien),
Kuijken (Haydns Jahreszeiten),

Gustav Leonhardt (Matthiuspassion), René
Jacobs (Bach Kantaten).
Schliesslich finden sich in Likas Repertoire
auch Liedprogramme. Mit Sawallisch nahm er Schuberts Vokalwerk auf. Mit
dem Pianisten und Liedbegleiter
Hartmut Holl verbindet ihn ebenso eine regel
malige Zusammenarbeit bej Lied-

programmen wie mit der Hugo Wolf

Gesellschaft Stuttgart.

2z

Hans Michael Beuerle
wurde in Berlin geboren. Er studierte an der Musikhochschule Frankfurt

(zunichst Schulmusik, dann Violine und Dirigieren) und an der Frankfurter
Universitit (Musikwissenschaft, Germanistik, Philosophie). Mit einer Dissertation iiber die A-cappella-Kompositionen von Johannes Brahms promo-

vierte er bei Ludwig Finscher. Von 1971 bis 72 tibernahm Beuerle die kiinstlerische Leitung des Knabenchores Laubacher Kantorei. 1973 erhielt er einen
Lehrauftrag fiir Chordirigieren an der Musikhochschule Trossingen, 1977 folgte
er einem Ruf auf eine Professur an die Musikhochschule Karlsruhe. Seit 1980
ist Beuerle Professor fiir Chor- und Orchesterleitung an der Musikhochschule
Freiburg. 1983 wurde er zum kiinstlerischen Leiter des Freiburger Bachchores

und des Freiburger Bachorchesters berufen. Im Jahre 1966 begann Hans

Michael Beuerle mit dem Aufbau und der Leitung des Kammerchores Frankfurt,
der 1991 seinen Sitz nach Freiburg verlegte und seither unter dem Namen
Anton-Webern-Chor Freiburg arbeitet. Mit seinen Ensembles entstanden Funk-,
LP- und CD-Aufnahmen. Gastspielreisen, Gastdirigate und Meisterkurse fihrten Beuerle in die meisten Linder Europas, nach Japan und in die USA.

Die Abbildungen in diesem Programmbheft

DWeM VN©AS

Messa per Rossini. Aufbau des Gesamtwerkes. Mailand 1869.
Manzoni und Verdi. Stich. Raccolta Bertarelli. Mailand.
Karikatur: Verdi und die Solisten des Requiem. Mailand 1879.
Faksimile-Seite des Verdi-Requiems: ,Liber scriptus proferetur”.
Verdi. Kolorierte Lithographie. London 1879.

Umschlag, S. 10, 12, 14, 16, 18. Michelangelo. ,Das Jiingste Gericht” in

der vatikanischen Capella Sixtina.

Freiburger Bachorchester
Fagott

Violine |

Violoncello

Clarens Bohner
Tonia Solle

Bernhard Forck

Adriana Contino

Ki Yeon Cho

Lusine Arakelyan

Marie Desgoutte

Oscar Garrido

Kyo-Hee Bae

Katharina Giegling

Atsushi Otsu

Martin Bungeroth

Kim Heilmann

Yizhong Chan

Roksana Labecka

Horn

Anne Gaurier

Marc Notzel

Franziska Mantel

Barbara Graf

Myvanwy Penny

Katharina Foerster

Si-Nai Kim

Georg Riedmann

Manfred Huber

Sabrina Lutz

Thomas Baumgirtel

Katja Schill-Mahni

Kontrabass
Violine 11

Trompete

Marcello Hong

Rudolf Mahni

Berthilde Galosi

Sergej Kushvid

Mikyung Chung

Bastian Lohnert

Fran Petrac

Verena Giovanazzi

Diana Bauchinger

Matteo Gaspari

Christian Kirsch

Dea Humar

Tomoko Ishida

Flote

Yuan Lou

Greg Flynn

Mareike Neumann

Renate Greiss-Armin

Thibaud Fuster

Mathias Allin

Katharina Reckmann

Julien Piazzon

Young-Zoo Ko

Vincent Gross

Felicitas Ridiger
Christin Uhlemann

Viola

Oboe

Posaune

Magdalena Maekawa

Andrej Karba

Gustav Friedrichson

Jure Snej

Kerstin Beavers

Sara Darling

[lja Danilov

Klarinette

Anne-Francgoise Guezingar

Sonja Villforth

Benjamin Herre

Tuba

Cornelia Boczek

Hellmut Karg

Robert Woodward

Pauken

Maria Wyneken

Grolle Trommel

Adrian Romaniuc

Philip Kohnke

Ulrike Riittgardt

29

Die niachsten Konzerte mit dem Freiburger Bachchor
Samstag, 17. Dezember 2005, 18 Uhr - Konzerthaus Freiburg
Sonntag, 18. Dezember 2005, 18 Uhr - Konzerthaus Freiburg

Johann Sebastian Bach Weihnachtsoratorium (teile 1 - Vi)
Freiburger Bachchor, Freiburger Bachorchester
Leitung: Hans Michael Beuerle

Samstag, 25. Marz 2006, 19 Uhr - Freiburger Miinster

Johann Sebastian Bach Matthaus-Passion

Freiburger Bachchor, Freiburger Domsingknaben
(Einstudierung: Boris Bohmann), Freiburger Bachorchester
Leitung: Hans Michael Beuerle

Donnerstag, 25. Mai 2006 - E-Werk Saarbriicken
im Rahmen des Katholikentages Saarbriicken

Benjamin Britten War Requiem
Freiburger Bachchor, Chor des Staatstheaters Saarbriicken

Chor der Musikhochschule Saarbriicken, Orchester des Staatstheaters Saarbrticken
Leitung: Hans Michael Beuerle

Samstag, 12. August 2006, 20 Uhr - Heilig-Kreuz-Munster Schwibisch Gmiind
Abschlusskonzert Festival Europdische Kirchenmusik

johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem

Wolfgang Rihm: Das Lesen der Schrift

Freiburger Bachchor, Freiburger Bachorchester
Leitung: Hans Michael Beuerle